Werkausgabe 1 (kartoniertes Buch)

3 Romane in einem Band: Die bewohnte Insel/Ein Käfer im Ameisenhaufen/Die Wellen ersticken den Wind
ISBN/EAN: 9783453526303
Sprache: Deutsch
Umfang: 906 S.
Format (T/L/B): 5 x 18.8 x 11.8 cm
Einband: kartoniertes Buch
13,99 €
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Das Gesamtwerk der russischen Ausnahme-Autoren Arkadi und Boris Strugatzki gelten als die unumstritten besten Autoren der osteuropäischen Science Fiction. Ihr Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erschien in Millionenauflage. Der erste Band des Gesamtwerks enthält die Maxim-Kammerer-Trilogie mit den Einzelromanen "Die bewohnte Insel", "Ein Käfer im Ameisenhaufen" und "Die Wellen ersticken den Wind".
Arkadi (1925-1991) und Boris (1933-2012) Strugatzki zählen zu den bedeutendsten und erfolgreichsten russischen Autoren der Nachkriegszeit. Ihre Romane sind nicht nur faszinierende Parabeln über die Stellung des Menschen im Universum, sondern auch schonungslose Abrechnungen mit Ideologiegläubigkeit und Personenkult. Viele ihrer Romane wurden verfilmt - darunter Picknick am Wegesrand als Andrej Tarkowskijs Stalker.
Maxim ?ffnete einen Spaltbreit die Luke, lehnte sich hinaus und blickte misstrauisch nach oben. Der Himmel hing hier tief und schien sonderbar schwer; er hatte nicht jene heitere Transparenz, die von der Unendlichkeit des Universums zeugt und von der Vielzahl seiner bewohnten Welten. Es war ein geradezu biblisches Firmament, still und undurchdringlich. Und gleichm?g phosphoreszierend. Gewiss ruhte dieses Himmelsgew?lbe auf den m?tigen Schultern eines hiesigen Atlas. Maxim suchte am Himmel nach dem Loch, das sein Raumschiff beim Durchbrechen geschlagen haben musste, doch es war keines da. Er entdeckte lediglich zwei gro? schwarze Kleckse, die allm?ich zerliefen, wie Tuschetropfen in einem Wasserglas. Maxim stie?die Luke ganz auf und sprang hinaus in das hohe trockene Gras. Die Luft war hei?und schw?l. Es roch nach Staub und altem Eisen, nach zerdr?cktem Gr?n, nach Leben. Nach Tod roch es auch, einem lange vergangenen, nicht mehr fassbaren. Das Gras reichte Maxim bis zum G?rtel; in der N? sah er die dunklen Umrisse verwilderten Geb?schs und trostlose, verkr?ppelte B?e. Es war beinahe hell - wie in einer lichten Mondnacht auf der Erde, doch es fehlten die Schatten und der zartblaue Schein des irdischen Mondlichts. Alles wirkte grau, staubig und ?de. Das Schiff stand inmitten eines riesigen Talkessels mit sanft abfallenden H?en; ringsum erhob sich das Gel?e bis hinauf zum verschwommenen Horizont. Aber eines war merkw?rdig: Ganz in der N? str?mte breit und ruhig ein Fluss, und er floss nach Westen. einen der Abh?e hinauf. Maxim ging um das Raumschiff herum und strich mit der Hand ?ber die k?hle, etwas feuchte Oberfl?e. Die Spuren der Einschl? fand er exakt an den Stellen, wo er sie erwartet hatte: Eine unangenehm tiefe Beule unter dem Indikatorring; sie war entstanden, als das Schiff erst j?nach oben gerissen und dann zur Seite geworfen wurde. Dadurch fiel der Kyberpilot aus und Maxim musste die Steuerung kurzerhand selbst ?bernehmen. Die Kerbe neben dem rechten Sensorenblock, einem der ?Augen? seines Schiffs, entstand zehn Sekunden sp?r, als das Schiff kopf?ber nach unten st?rzte und dann sozusagen auf einem Auge blind wurde. Wieder sah Maxim zum Himmel. Die schwarzen Flecken waren jetzt kaum noch zu sehen. Ein Meteoriteneinschlag in der Stratosph?: ein Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von null Komma null null. Aber jedes potenziell m?gliche Ereignis, scheint es auch noch so unwahrscheinlich, muss wohl irgendwann einmal eintreten. Maxim zw?te sich in die Kabine, schaltete die Steuerung auf automatische Reparatur und setzte das Expresslabor in Gang. Dann machte er sich auf den Weg zum Fluss. Sicher, dachte er bei sich, eine abenteuerliche Geschichte das Ganze -und dennoch irgendwie Routine, langweilig. Bei uns in der GFS sind sogar die Abenteuer allt?ich: Meteoritenattacke, Strahlenbeschuss, Havarie bei der Landung; Havarie bei der Landung, Meteoritenattacke, Strahlenbeschuss - das sind die Abenteuer dieses Metiers, physischer Nervenkitzel, nichts weiter. Das trockene hohe Gras knisterte unter Maxims F??n, stachlige Samen bohrten sich durch seine Shorts. Mit lautem Surren schwirrte eine Wolke moskito?licher Insekten heran, waberte vor seinem Gesicht und verschwand wieder. Erwachsene, ernst zu nehmende Menschen, dachte Maxim, w?rden nie zur Gruppe f?r Freie Suche gehen. Sie befassen sich mit erwachsenen, ernstzunehmenden Dingen und wissen, dass all die unerforschten Planeten im Grunde ziemlich gleich sind. Erm?dend gleich. Gleich erm?dend. Sicher, wenn man zwanzig ist, nichts richtig kann und nicht einmal wei? was man gerne k?nnen w?rde, wenn man das kostbarste Gut, die Zeit, noch nicht zu sch?en wei?und besondere Talente weder vorhanden noch zu erhoffen sind, wenn man mit seinen zwanzig Jahren immer noch H?e und F?? einsetzt anstatt seinen Kopf, und wenn man zudem noch so dumm ist zu glauben, auf fremden Planeten k?nne man ganz Phantastisches entdecken, etwas, das es auf der Erde nicht gibt, wenn, wenn, wenn - ja,