Dienstag, 09. April 2013
Liebe Literaturinteressierte, liebe Freunde und Bekannte,
morgen Abend, am Dienstag, den 09. 04. um 20 Uhr, stellt sich im Zimmertheater der neue Tübinger Stadtschreiber André Rudolph vor.
André Rudolph wurde 1975 in Warschau geboren und wuchs in Leipzig auf. Er studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Leipzig und Freiburg und promovierte über J. G. Hamann (Tübingen 2006). Er lebt als freier Autor und Übersetzer in Leipzig.
Neben zwei Gedichtbänden im Wiesbadener Luxbooks-Verlag, fluglärm über den palästen unsrer restinnerlichkeit (2009) und confessional poetry (2012), veröffentlichte Rudoph in Anthologien und Literaturzeitschriften u.a. Sinn und Form, Ostragehege, Edit, BELLA triste, Intendenzen; Sprache im technischen Zeitalter, poet 5, Neubuch, Lyrik von Jetzt Zwei.
Für seine Arbeiten bekam er zahlreiche Preise, den Wolfgang-Weyrauch- Förderpreis (2011),den Kranichsteiner Literaturförderpreis (2010), den Lyrikpreis Meran (2010) und den Prosanova-Lyrikpreis (2008).
Die Leiterin des Studios Literatur und Theater, Dagmar Leupold wird in die Lesung einführen. Anschließend besteht bei Wein und Brezeln die Gelegenheit, mit Andre Rudolph ins Gespräch zu kommen.
Hoffentlich bis dann, herzliche Grüße,
Euer Wolfgang Zwierzynski
Alle Bücher von André Rudolph sind natürlich im Laden in der Neckarhalde erhältlich.
——-
Sonntag, 24. März 2013
Hölderlinturm Tübingen
Lesung: Eugen Gomringer
Matinée 11.15 Uhr
Eugen Gomringer liest Texte aus Kommandier(t) die Poesie! Biografische Berichte, aus Vom Rand nach Innen, aus den Konstellationen und aus seinen jüngsten Sonetten.
Seine Lesung ist auch immer eine Geographiestunde, die in Bolivien beginnt, viele Blätter kreuzt, Schweizerisch anklingt, Ulmer Kreise schließt, Selber Porzellan schöpft und in Oberfranken Heimat beschwört.
Gomringer gilt als »Vater der konkreten Poesie«. Seine Texte sind seit über drei Jahrzehnten fester Bestandteil deutscher Schullektüre. In seinen Gedichten arbeitet er mit einer minimalen Anzahl von Wörtern, die, in signifikanter Weise grafisch angeordnet, den Leser dazu bringen, Semantik und Anordnung spielerisch miteinander zu verbinden. Das Gedicht ist somit »Spielanleitung« bzw. »Gebrauchsgegenstand«, das Wort nicht mehr nur Bedeutungsträger, sondern materiales Gestaltungselement.
Eugen Gomringer, 1925 in Cachuela Esperanza (Bolivien) geboren, wuchs in der Schweiz auf. Er studierte von 1944 bis 1950 Nationalökonomie, Kunst- und Literaturgeschichte in Bern und Rom. 1952 begründete er mit Dieter Roth und Marcel Wyss die internationale Kunstzeitschrift Spirale. In den Jahren 1960-65 gab er die Schriftenreihe konkrete poesie – poesie concreta heraus. Von 1961-67 war er Geschäftsführer des Schweizerischen Werkbundes, danach Kulturbeauftragter der Selber Rosenthal AG (1967-85), ab 1978 Professor für Theorie der Ästhetik an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Nach der Emeritierung 1990 folgten acht Jahre als Honorarprofessor an der Hochschule Zwickau. Gastprofessuren für Poetik führten ihn an die Universitäten Bamberg (1986), Arkansas (1990) und mehrere Male nach Los Angeles, São Paulo und Bolivien.
Werke (Auswahl): Erster Lyrikband konstellationen constellations constelaciones (1953); Aufsätze zur Theorie der Konkreten Poesie Vom Rand nach Innen, die Konstellationen 1951-1995 (1995), Theorie der Konkreten Poesie. Texte und Manifeste 1954-1997 (1998), inversion und öffnung (1988), quadrate aller länder. das kleine gelbe quadrat. Märchen (1992); admirador Sonette, Essays, Vorträge, biografische und autobiografische Texte, Prosa und Märchen aus sechzig Jahren (2012).
© Hölderlingesellschaft
Lesung im Rahmen der Hölderlintage 2013 im Hölderlinturm Tübingen vom 20.-24. März 2013.
Alle Bücher von Eugen Gomringer bei QUICHOTTE vorrätig.
____
Samstag, 23. März 2013
Hier eine Einladung der Galerie Dalmau zu einer Ausstellung von Bildern von Eva Unterberger:
Liebe Kunden, Liebe Freunde
Eva Unterberger in der Galerie Dalmau (Tübingen, Bachgasse 24) begrüßen zu dürfen.Die Galerie zeigt Arbeiten von Eva Unterberger von 23. März bis 3 April
“Sie zählt zu den Stillen im Land” – so ein Kritiker vor ein paar Jahren.
Dennoch ist sie bei Kennern keine Unbekante. Hier zeigt sie frühe Zeichnungen und eine Auswahl aus dem umfangreichen Werk der Ölbilder. (1969 bis
heute)
Eva Unterberger wurde 1935 in Stuttgart geboren. Studium an der Freien Kunstschule Stuttgart und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste.
Seit Jahrzehnten werden ihre Bilder in Einzel- und Gruppen ausstellungen gezeigt, viele befinden sich in öffentlichen u. privaten Sammlungen.
Mitglied im BBK Stuttgart und im Berufsverband VBKW.Die Eröffnung ist am Samstag 23. März um 17 Uhr.
Dr. Barbara Lipps-Kant spricht über die Künstlerin und ihre Werke.Öffnungszeiten: Mo-Fr: 11 – 13 / 15 – 19; Sa:11 – 14 Ostermontag 15 – 19Wir freuen uns auf Ihren Besuch und bedanken uns bereits jetzt für Ihre Bemühungen.Mit freundlichen Grüßen
Molily Dalmau
___
Buchhandlung Quichotte und Zimmertheater Tübingen laden ein:
Sonntag 03.03.13
11:00 Uhr
HAZEL ROSENSTRAUCH: KARL HUß – DER EMPFINDSAME HENKER
Henker gehörten seit Alters her zu den Unreinen, sie waren noch weniger geachtet als Juden und Zigeuner. Karl Huß (1761–1838), der Henker der böhmischen Stadt Eger, wehrte sich zeitlebens gegen diese Ausgrenzung und bemühte sich um den unmöglichen sozialen Aufstieg. Neben seinem blutigen Handwerk widmete er sich mit großem Erfolg der Heilkunst und legte eine bemerkenswerte Sammlung an, die auch Goethe beeindruckte, verfasste eine mehrbändige Chronik sowie eine wirkmächtige Schrift gegen den Aberglauben und stirbt schließlich als Kustos von Metternich.
Hazel Rosenstrauch zeichnet in ihrer glänzend geschriebenen biografischen Annäherung das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen nach, der zwischen den Zeiten und Welten lebte und in unruhigen Zeiten seinen eigenen Werten gehorchte. Sie beschreibt den radikalen Umbruch um 1800 und den Abschied von einer Ordnung, in der das Neue noch nicht greif- aber schon spürbar ist, und liefert das Bild eines Mannes, der tötet und heilt, der sowohl Opfer als auch Täter ist.
»Viel Stoff also für eine Biografie! Die Autorin und Journalistin Hazel Rosenstrauch hat ihn souverän in eine zügig und elegant erzählte ›böhmische Miniatur‹ transponiert, die ein mit persönlichen Reflexionen durchwobenes Bild von Huss und seiner von Umbrüchen erschütterten Zeit entwirft.«
Neue Zürcher Zeitung, 29. November 2012
»Die Publizistin Hazel Rosenstrauch hat den Henker Karl Huß in einem vorzüglichen Essay zur historischen Scharnierfigur stilisiert, was nicht nur legitim, sondern in Bezug auf die Epoche aufschlussreich ist. Denn Rosenstrauch besitzt die Kühnheit, ihren Helden biographisch mit Europas mächtigstem Restaurationspolitiker zu verknüpfen. (…) Hazel Rosenstrauch lässt uns eine soziale Metamorphose nachvollziehen, wie sie für die Epoche neu und aus heutiger Sicht geradezu idealtypisch zu sein scheint.«
Katharina Teutsch, FAZ, 22. November 2012
_____
Freitag, 08. Februar 2013, 20 Uhr c.t.
Hölderlinturm
Lesung und Werkstattgespräch
Vom Übersetzen des Übersetzten. Kristina Kallert stellt ihre Übersetzung von Jiří Langers ›Die Neun Tore. Geheimnisse der Chassidim‹ aus dem Tschechischen vor
Jiří Mordechai Langer (1894–1943) kannte den Chassidismus wie kaum ein anderer. Im Gegensatz zu seinen berühmteren Chronisten Martin Buber oder Gershom Scholem lebte er ihn. Der Prager Jude schloss sich im Sommer 1913 einer tiefreligiösen Bewegung an. Nach langen Aufenthalten unter den Chassidim in Belz fand Langer nach dem Ersten Weltkrieg in das bürgerliche Prager Leben zurück, ohne seinen tiefen Glauben zu verlieren. 1937 kehrt er in ›Die neun Tore‹ zurück zur Welt der Chassidim, wie er sie seinem Freund Franz Kafka immer wieder schilderte.
Kristina Kallert, geboren 1962 in Weißenburg, studierte Germanistik und Ostslavistik in Regensburg und St. Petersburg, sowie später Bohemistik in Brünn. Dort arbeitete sie fünf Jahre als DAAD-Lektorin. Sie ist freie Übersetzerin und Lektorin für Tschechisch und lebt in Regensburg.
Jiří Langers Buch ›Die neun Tore‹ lag bisher nur stark gekürzt und bearbeitet vor. Jetzt hat Kristina Kallert es neu und erstmals vollständig aus dem Tschechischen übersetzt und dabei besonderen Wert auf die sprachliche Gestalt und den Erzählton gelegt.
Schon Langers Original ist eigentlich eine Übersetzung – aus dem Jiddischen ins Tschechische, aus dem Mündlich-Variablen ins Schriftlich-Fixierte, aus einer hermetisch religiösen in eine aufgeklärt moderne Welt. Was eigentlich tut ein Übersetzer? Verschiebt er nur in eine andere Sprache? Welche Rolle spielen Genre und kultureller Kontext? Warum und wie ein Werk noch einmal übersetzen?
Vom Übersetzen des Übersetzten wird ein außergewöhnliches Buch präsentieren und Einblicke in die übersetzerische Arbeit gewähren.
In Verbindung mit dem Slavischen Seminar der Universität Tübingen
Jiří Langer, Die Neun Tore. Geheimnisse der Chassidim. Arco Verlag, Wien 2012. 28,00 €
Alle Bücher des Arco Verlags bei Quichotte
____
Nora Bossong
Lesung und Autorengespräch
Nora Bossong wird ihren neuesten Gedichtband ›Sommer vor den Mauern‹ (2011) vorstellen und aus ihrem soeben erschienenen Roman ›Gesellschaft mit beschränkter Haftung‹ (2012) lesen.
Dienstag, 22.01.2013 | 20.15 Uhr
Ort: Hölderlin-Gesellschaft, Hölderlinturm, Bursagasse 6, 72070 Tübingen
Nora Bossong hat mit zwei hintergründigen Romanen und einem Gedichtband bravourös bewiesen, wie gut Intellektualität, höchste Sinnlichkeit und Wahrnehmungsschärfe zusammenpassen. Ihre Gedichte, allesamt schräge Idyllen und märchenhafte Ausflüge in die Welt und die Geschichte, bieten für vieles Platz: Die norddeutsche Kindheit, vorgetäuschte Paradiese, heilige Geschichten, die nicht immer heilig enden. Ihre Lyrik zeigt: Man muss nur die Augen aufmachen und Worte finden, um die Welt neu zu entdecken.
(Hanser)
Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, studierte in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut und an der Humboldt-Universität in Berlin Philosophie und Komparatistik. Sie veröffentlichte die Romane Gegend (2007) und Webers Protokoll (2009). Bei Hanser erschien zuletzt der Gedichtband Sommer vor den Mauern (2011), der mit dem Peter Huchel-Preis 2012 ausgezeichnet wurde.
Alle lieferbaren Bücher von Nora Bossong bei Quichotte, Literarische Buchhandlung.
_______
Literarische Buchhandlung Quichotte und Kunsthistorisches Institut – Graphische Sammlung – der Universität Tübingen laden ein:
Erinnerungen an Søren Kierkegaard
Tim Hagemann liest aus seinen Übersetzungen
Am Donnerstag, den 17. Januar 2013, 18 -19 Uhr
Raum:
Graphische Sammlung im Altbau der
Universitätsbibliothek
Tübingen, Wilhelmstraße 32 (Bonatzbau, Eingang Wilhelmstraße, Treppe links. 1. Stock)
_____
Jubiläum: 40 Jahre Club Voltaire in Tübingen:
Freitag, 16.11.12, 20:30 Uhr
Die Liebe und ihr Gegenteil oder Mädchenmörder Brunke
Eine choreografische LeseVerbindung
Dasniya Sommer / Hartmut Fischer
Im Mai diesen Jahres erschien in der Zeitschrift für Literatur „Text+Kritik“ der Band zu dem Schriftsteller, Filmemacher, Theaterautor und Übersetzer Thomas Brasch.
Thomas Brasch und Hartmut Fischer waren von 1998 bis zu Braschs Tod 2001 nicht nur freundschaftlich bekannt, sie planten auch eine Veröffentlichung aus Braschs mehrere tausend Seiten umfassenden Manuskript.
Für diesen Jubiläumsabend im Club Voltaire lädt er die Tänzerin, Choreografin und Shibari-Künstlerin Dasniya Sommer zu einer gemeinsamen Erkundung durch dieses schier unübersichtliche, ausufernde Textgeflecht ein.
Tübingen war für Thomas Brasch die erste Anlaufstelle nach seiner “einmaligen Ausreise” aus der DDR im Dezember 1976. Sein sprichwörtlich gewordener Prosaband “Vor den Vätern sterben die Söhne” war die literarische Sensation 1977. Im gleichen Jahr wurden erste Theaterstücke von ihm am Tübinger Zimmertheater und am Staatstheater
Stuttgart euphorisch aufgenommen. Weitere Filme und Theaterstücke, sowie der Gedichtband “Der schöne 27.September” folgten. Nach zahlreichen Shakespeare-Übertragungen begann er, sich der Epochenwende von 1989 ebenso radikal zu stellen und zu verweigern, als sich auch als Autor den Erwartungen radikal zu entziehen.
Entstanden ist ein vielschichtiges Text- Geflecht, wie eine Moebiusschleife, bei der der Autor seiner vermeintlichen Hauptfigur “Brunke” folgen möchte, sich aber auch in der völlig unbedeutenden Nebenfigur “Brunke” verliert. Die “Wunde” Berlin wird ebenso ein Tableau, wie der zufällig entdeckte Zeitungsschnipsel über den verhinderten Theaterschriftsteller und Banklehrling K. Brunke, der durch den gescheiterten gemeinsamen Selbstmordversuch zum Doppelmörder an Alma und Martha Haas wurde; ein „Fall“ aus dem Jahre 1905, der historisch verbürgt ist und der zur ideé fix und damit sich zu einer einzigartigenliterarischen Reflexionsmaschinerie des Thomas Brasch auswuchs.
Thomas Brasch und Hartmut Fischer waren von 1998 bis zu Braschs Tod 2001 nicht nur freundschaftlich bekannt, sie planten auch eine Veröffentlichung aus Braschs mehrere tausend Seiten umfassenden Manuskript.
Für diesen Jubiläumsabend im Club Voltaire lädt er die Tänzerin, Choreografin und Shibari-Künstlerin Dasniya Sommer zu einer gemeinsamen Erkundung durch dieses schier unübersichtliche, ausuferndeTextgeflecht ein. Grundlage bilden 2499 paginierte Manuskriptseiten, die möglicherweise eine Fax-Version für den damaligen Suhrkamp-Lektor Peter Weiss darstellt.
In experimentellen Studien erforscht Dasniya Sommer insbesondere Themenkomplexe zu Ethik, Gender, Gesellschafts-/Sprachkritik. Dies bildet neben ihrer klassischen Tanzausbildung, eine der wesentlichen
Grundlagen für ihre Arbeit als Darstellende Künstlerin. Hartmut Fischer initiierte Juliettes Literaturcafé im Club Voltaire 1992: (Die Namensgebung ist der Troika, bestehend aus der Romanfigur Juliette des Marquis de Sade und der aufklärerischen Gedanken Voltaires sowie der gelebten Toleranz der Berliner Salonnieren Rahel Varnhagen, Henriette Herz und ihrer geistigen Schwestern, geschuldet).
www.dasniyasommer.de
www.hartmut-fischer.cultd.org
Alle lieferbaren Bücher von Thomas Brasch bei QUICHOTTE.
_____
Und hier ein besonderes Konzert für alle Liebhaber persischer Musik. Eine einmalige Performance, sehr empfehlenswert.
Veranstaltung am Freitag, den 23. November 2012 in Suttgart:
______
Der Kalender für 2013:
“Schwarz auf Weiß. Büchermenschen in Baden und Württemberg 2013″
KLöpfer & Meyer Verlag. VK: 25,00 €





