Aktuell

 

Heute, 17.10.14:

Einladung zur 15.. Wolfgang-Loch-Vorlesung

Am Freitag, dem 17. Oktober 2014, um 18 Uhr c.t., spricht

HERMANN BELAND

zum Thema

“Muss man ein Beziehungswissen/Systemwissen fordern, das hinter den frühesten Angriffen auf Verbindungen steht und Affekte und Regressionen
steuert/verständlich macht?”

Eine würdigende Auseinandersetzung mit
Wolfgang Lochs Arbeit von 1994 über
“Wie verstehen wir Denken, Fühlen, Verstehen?”

im Hörsaal der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums der Eberhard Karls Universität, Osianderstraße 22, 72076 Tübingen, also wieder am früheren ursprünglichen Ort.

Dazu laden wir herzlich ein.

Auf diese Vorlesung wollen wir heute bereits aufmerksam machen und stehen Ihnen für Ihre Fragen hierzu gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns über reges Interesse und über neue Mitglieder bzw. Spender für die Wolfgang-Loch-Stiftung. Mitglied wird, wer auf das unten genannte Bankkonto der Stiftung erstmals eine Spende überweist. Jede/r Spender/in bekommt eine Spendenbescheinigung und regelmäßig die Einladung zur jährlichen Vorlesung zugeschickt sowie auf Wunsch auch einen Sonderdruck der Buchfassung des Vortrages einschließlich der Einführung.

 

 

 

Herzliche Einladung zu einem Abend mit persischer Musik:

Sonntag, 19. Oktober, 19.30 Uhr im LÖWEN, Kornhausstr. 7:

Pejman Hadadi & Nima Farahmand. Percussion & Piano

Improvisation ist nicht nur der Kern der westlichen Jazzmusik, sondern
auch der traditionellen iranischen Musik. Pejman Hadadi und Nima
Farahmand ermöglichen eine Unterhaltung dieser beiden Welten durch die
gemeinsame Sprache der strukturierten Improvisation.
Pejman Hadadi, 1969 in Teheran geboren, gilt als einer der innovativsten
iranischen Perkussionisten. Der zweimalige Gewinner des angesehenen
Durfee Foundation Master Musician Awards ist der Gründer des Neyreez
World Percussion Academy in Südkalifornien. Mit zehn Jahren begann er
Tombak zu spielen und studierte bei den Meistern Asadollah Hejazi und
Bahman Rajabi. 1990, nach seiner Emigration in die USA, begann er seine
professionelle Karriere. In Pejman Hadadis moderner Herangehensweise an
die traditionelle Spielweise der Tombak liegt seine Fähigkeit,
melodische rhythmische Muster innerhalb rhythmischer Strukturen und
durch seine Experimente komplexe Variationen der grundlegenden Klänge
der Tombak zu erzeugen. Mehr als zehn Jahre lang war er Mitglied des
berühmten Dastan Ensembles und er gehört zu den Gründungsmitgliedern der
viel gelobten Zarbang. Hadadi hat außerdem schon mit vielen bekannten
live und im Studio gespielt.
Nima Farahmand wurde 1984 in Teheran in eine musikalische Familie
hineingeboren. Schon in frühen Jahren fing er an, traditionelle
iranische Musik und Tombak von seinem Vater, Mahmoud Farahmand, einem
anerkannten Virtuosen der Tombak, zu lernen. In seinem zwölften
Lebensjahr fing er an, Klavier und westliche klassische Musik zu und
gewann kurz darauf den nationalen Klavierwettbewerb in Teheran. In
Europa studierte er sowohl Musik als auch Physik. Er gab mehrere
Konzerte in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Dänemark, Österreich
und im Iran und trat schon mit Teherans Symphonieorchester auf.

VERANSTALTUNGSORT

Löwen
Kornhausstr. 5
72070 Tübingen

 

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Der Kalender für 2013:

“Büchermenschen in Baden und Württemberg 2013″

Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen.

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Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt,
so müde ist es – wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat –: dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist – nun ist es vorüber. Nun sind da noch die Blätter und die Gräser und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.
Mücken spielen im schwarz-goldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen … kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben – es ruht.
So vier, so acht Tage –
Und dann geht etwas vor.
Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert – und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft – es ist etwas geschehen; so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt … , na … na … , und nun ist er auf die andere Seite gefallen. Noch ist alles wie gestern: die Blätter, die Bäume, die Sträucher … aber nun ist alles anders. Das Licht ist hell, Spinnenfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen – nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sehr sentimental werden – es ist nicht der Johannistrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.
Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.
Kurt Tucholsky

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